Regionale Feinkost - der neue und der alte Trend
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Regionale Feinkost - der neue und der alte Trend
"Kein Genuss ist vorübergehend, denn der Eindruck, den er hinterlässt, ist bleibend." Das wusste bereits Goethe, der als ein Feinschmecker galt. Seine Essgewohnheiten sind ebenso überliefert wie seine Gewohnheit statt Blumen auch mal selbstgezogenen Spargel oder frische Artischocken zu einer Einladung mitzubringen. Auch heute gehören feiner Spargelsalat und Artischocken zu den beliebten und allseits bekannten Feinkostprodukten.
Feinkost – eine Delikatesse
Für den Feinschmecker bedeutet die Feinkost das sogenannte "Tüpfelchen auf dem i". Unter dem Begriff kann sich jeder etwas vorstellen, auch wenn es keine klare Definition dazu gibt. Nach einer Umfrage der Sendung Markt verstehen die meisten unter dem Begriff etwas Besonderes, qualitativ Hochwertiges, das, was sich ein Normalbürger nicht jeden Tag leistet; und nach den Produkten gefragt, verbinden die Leute mit Feinkost in erster Linie Pasteten und Salate, feine Fleisch- und Fischprodukte. Der Begriff „Delikatesse“ ist ebenso wie der Begriff der Feinkost nicht gesetzlich geregelt, eine gewerbliche Verwendung damit beliebig. Einzig die Feinkostsalate sind verbindlichen Richtlinien unterworfen. Bei der Feinkost liegt der Schwerpunkt auf den konkreten Zubereitungsarten und der besonderen Art und Weise der Herstellung.
Zur Warengruppe der Feinkostprodukte gehören Lebensmittel sowohl tierischer als auch pflanzlicher Herkunft: die Schokonudeln von Alb-Gold gehören ebenso dazu wie die Zapfen- und Kirschwassersalami von Wein, die schwäbischen Spezialitäten von Settele wie die Feinkostpalette von Dittmann, die aus Sicht des Handels die beliebteste Feinkost-Marke Deutschlands ist. Und natürlich nicht zu vergessen, die Vielzahl ausländischer Anbieter, angefangen mit den Franzosen, mittlerweile von den Italienern und Spaniern in Sachen Feinkost eingeholt worden sind. Im täglichen Gebrauch wird die Feinkost von der Delikatesse nur durch Angebot und Nachfrage sowie der Preislage unterschieden, wobei die Delikatesse in der Regel im höheren Preissegment zu finden ist.
Ein Armenessen von früher oder Feinkost im Wandel
Fischsuppe aus Marseille, Bruschetta aus Italien und Heringsstip mit Pellkartoffeln aus Deutschland waren ursprünglich Resteessen und Hausmannskost. Pfifferlinge und Steinpilze, ehemals ein Essen für arme Leute, gelten heute als teure Delikatesse. Der Trend zu Feinkostprodukten ist auch in den exklusiven Restaurants festzustellen. Wer nicht selbst kochen möchte, kann sich ein besonderes Essen gönnen oder in einer neueren Variante, ein Gourmet-Taxi bestellen, und die ausgewählten Speisen zuhause genießen.
Feinkost liegt auf Erfolgskurs
Der Kauf von Feinkostprodukten ist Trend; jeder gönnt sich mal zwischendurch die besonderen Leckerbissen. Viele Verbraucher haben es schon festgestellt, Feinkost muss nicht unbedingt teuer sein. Große Handelsketten wie Aldi und Rewe haben diesen boomenden Markt für sich entdeckt und stellen vermehrt Feinkostartikel auf Premium-Niveau in die Bedientheke oder ins Regal. Sie fallen dem Kunden sofort auf, denn die Verpackungen sind edel und heben sich deutlich von dem Standardsortiment ab. Der Trend, der mit Aldi-Champagner vor Jahren begann, ist weiter auf Erfolgskurs. Feinkostartikel aus dem Supermarkt oder aus dem Online-Handel bieten dem Kunden einmal mehr das Gefühl etwas Besonderes zu erstehen und gleichzeitig vielleicht ein Schnäppchen zu machen.
Ahle Wurst aus Hessen
Regionale Feinkost
Rund 65 Prozent der Deutschen achten beim Einkauf „immer oder meistens" auf die regionale Herkunft der Lebensmittel, so eine Forsa-Umfrage. Die Kunden wollen natürliche und authentische Lebensmittel, denen sie mehr vertrauen als industrieller Massenware. Deutschland hat sehr viele kleine Manufakturen, die qualitativ hochwertige Produkte herstellen, wie zum Beispiel die Senfmühle in Monschau oder die „Weckzeit“ in Köln, die sich auf selbstgemachte Chutneys spezialisiert hat. Ihre Waren finden sich gleichberechtigt neben regionalen Produkten aus der Toskana oder der Provence in den Regalen der Feinkostgeschäfte wieder.
Nach dem „Consumer Value Monitor Food“ leben wir in einer „Sehnsuchtskonsumgesellschaft“, in der die Verbraucher Zugehörigkeit suchen. Traditionen sollen fort – und wiederaufleben, Kulturlandschaften gepflegt werden. Spezialitäten wie geräuchertes Felchenfilet, die hessische Ahle Wurst oder Apfelchampagner bieten Feinschmeckern, die von Trüffeln bis Austern alles kennen, einen neuen Kick und ist zudem noch trendy.
Ingrid Spicker, IntrerMopro.de
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