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Olivenöl - das mediterrane Gold

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Olivenöl - das mediterrane Gold

© Monkeybusiness I/panthermedianet

Ein Stück Brot, getunkt in Olivenöl, ist ein Genuss. Das wussten schon die Menschen in der Antike. Olivenöl war ein fester Bestandteil des alltäglichen Lebens im Mittelmeerraum. Die Olive in Salzlake eingelegt, war lange haltbar. Das Öl war zugleich Genussmittel, Kosmetik und Gebrauchsgegenstand in einem. So wundert es niemanden, dass Homer das Öl der Olive als „flüssiges Gold“ beschreibt.

Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass bereits vor 6000 Jahren auf Kreta Olivenöl gepresst wurde. Von dort aus verbreitete sich der Olivenbaum, der einige 100 Jahre alt werden kann, über den gesamten Mittelmeerraum. Im 2. Jahrhundert wurde Rom Zentrum des Olivenhandels und musste wegen des hohen Verbrauchs sogar Oliven einführen. Auf Grund der großen Bedeutung des Öls bei den Römern wurde der Name der Olive über das lateinische „Oleum" (Öl), in fast allen europäischen Sprachen als Gattungsbegriff für flüssige Fette verwendet.

 
 
© twinlili/pixelio.de
Der Herr der Zeit. Über 2000 Jahre soll dieser Oivenbaum aus Bar in Montenegro alt sein


Olivenöl - ein moderner Gesundbrunnen

Bereits in der Antike sollen Massagen und Einreibungen mit Olivenöl krampflösend und schmerzlindernd gewirkt haben. Die wissenschaftliche Forschung hat die gesundheitlichen Vorzüge des reinen Öls in mehreren Studien untersucht. So hat die im Olivenöl enthaltene, einfach ungesättigte Ölsäure, mit 76% Hauptbestandteil, eine besondere Schutzwirkung auf das Blut. In Kombination mit der mediterranen Ernährungsweise und dem Olivenöl als Hauptfettquelle sind vorbeugende Wirkungen bei Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Krebs in Studien nachgewiesen worden. Zudem beugt der hohe Gehalt an Vitamin A, B und E zusammen mit den Mineralstoffen Kalium, Kalzium und Eisen einem schnellen Altern der Haut vor. Neben der Ölsäure enthält Olivenöl auch noch einen Wirkstoff, der Ibuprofen ähnelt: das sogenannte Oleocanthal, das entzündungshemmende Eigenschaften hat. Keine Frage: Olivenöl ist gesund in all seinen Facetten

Trotz dieser beeindruckenden Auflistung steht das Olivenöl in Deutschland im Verbrauch nicht an erster Stelle. Ein Grund hierfür könnte einmal die herrschende Unsicherheit über Anwendungsarten des Öls in der Küche sein. Zu heftig war und ist die geführte Debatte, wie stark Olivenöl erhitzt werden darf? Ein anderer Grund ist sicherlich der höhere Preis oder vielleicht auch die große Vielfalt an Ölen, die im deutschen Handel zu finden sind

Anbau
Der Olivenbaum ist perfekt seiner Umgebung der Mittelmeerregion angepasst: trocken im Sommer, ausreichend Regen im Herbst, keine längeren Frostperioden. Der junge Baum trägt erst nach 4 bis 9 Jahren durchschnittlich 20 kg Früchte. Sie ergeben einen Ertrag von jährlich 3 bis 4 Liter Olivenöl. Im Mittelmeerraum wachsen circa 80 Prozent aller Olivenbäume der Welt. Hauptanbaugebiet ist Spanien und mit rund 300 Millionen Olivenbäumen das größte Olivenanbaugebiet der Welt. Italien und Griechenland nehmen Platz 2 und 3 ein. Wenn es um die Herstellung von Bio-Olivenölen geht, ist Tunesien Marktführer. Länder wie Marokko wurden bisher weniger als Olivenöl-produzierende Nationen registriert, da sie das Öl häufig in Großgebinden in den EU-Raum exportieren, wo es neu abgefüllt wird. Länder wie Israel produzieren qualitativ hochwertiges Öl und versuchen mühsam sich in dem hochpreisigen Segment zu positionieren. Hauptexporteur von Olivenöl nach deutschland ist Italien.

 
 
© Erwin W./panthermedia net

Das "gekämmte" Land. Das größte Olivenanbaugebiet der Welt liegt in Andalusien.


Öl ist nicht gleich Öl

Es gibt rund 1000 verschiedene Olivenbaumarten und in den jeweiligen Anbauländern werden unterschiedliche Olivensorten angebaut. Allein in Spanien gibt es mehr als 260 verschiedene Sorten, in Italien 150. Auf dem Markt äußert sich das inzwischen in einer Geschmacksvielfalt, die mit der bei Weinen vergleichbar ist. Klima, Boden und Reifegrad der Früchte und Verarbeitung sind hierbei geschmacksbestimmend.

Noch grüne Oliven werden zu fruchtig schmeckendem Öl verarbeitet, für milde, süße Öle hingegen schwarze, sehr reife Oliven. Der Unterschied zwischen grünen und schwarzen liegt allein im Reifungsgrad. Zum Pressen eignen sich vor allem die dünnfleischigen, fettreichen Sorten.

Nicht jedes Olivenöl schmeckt gleich: Ein dezenter Geschmack nach Zitrone unterstreicht die Frische. Andere Sorten haben einen Hauch von grünem Gras, manche auch eine leichte Apfel-Note. Ein gutes Olivenöl sollte vor allem nach Olive schmecken und nicht bitter sein. Frische Olivenöle können einen leicht scharfen Nachgeschmack haben, der aber auf der Zunge gleich wieder verschwindet.


 
 
© aksel/pixelio.de

Die „DOC“ des Olivenöls

Um den Verbraucher vor minderwertigen Ölen zu schützen, normierte die EU die Qualität des Olivenöls in drei für den Verbraucher relevante Gruppen: Natives Olivenöl extra, Natives Olivenöl, raffiniertes natives Olivenöl.

Qualität und Geschmack dieser Öle können deutliche Unterschiede aufweisen. Deshalb war es notwendig, für natives und natives Olivenöl extra eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung einzuführen. Öle, die nur aus einem Land stammen, erhalten den Namen des Ursprungslandes. Mischungen werden entweder "Verschnitt von Olivenölen aus der Gemeinschaft", "Verschnitt von Olivenölen aus Drittländern" oder "Verschnitt von Olivenölen aus der Gemeinschaft und aus Drittländern" gekennzeichnet.

Bestimmte Begriffe wie fruchtig, grün, reif, mild und ausgewogen – die der Internationale Olivenrat vor Kurzem definiert hat – dürfen bei der Etikettierung von nativem und nativem Olivenöl extra verwendet werden. Dabei gilt: Je weniger Säure ein Olivenöl hat, desto besser seine Qualität. Inwieweit diese Verordnung den Verbraucher vor falscher Etikettierung und Herkunftsbezeichnung schützt, wird die Zukunft zeigen

 
 

Genuss in Deutschland

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Deutschland, wie in den USA und Großbritannien bei ungefähr einem Liter. Italiener und Spanier verbrauchen dagegen je 11 Liter, Griechenland mit 20 Litern pro Person nimmt die Spitze ein. Das sind Zahlen, die auf jeden Fall für den deutschen Markt noch steigerungsfähig sind. Die neuesten Zahlen über Olivenölproduktion weltweit und in der Eu finden sich im Olivenölkontor.



Olivenöl – ein Allroundprodukt

Als kosmetisches Mittel ist es heute noch genauso beliebt wie bei den Frauen in der Antike. Olivenöl gehört zu einem guten Essen, ob zum Dippen mit knackfrischem Baguette als Amuse Gueule, oder im Salat. Aber auch hier gilt: Olivenöl ist nicht immer gleich Olivenöl. Und eine gute Qualität hat ihren Preis. Traditionelle Verarbeitung und Coupagen, wie bei guten Weinen begründen auch die teilweise enormen Preisunterschiede. Es gibt Öle, wie La Amarilla de Ronda, gefertigt wie guter Wein, mit Proben und Coupage, die mehr als 30 Euro pro Liter kosten. Es gehört damit zu den teuersten Olivenölen.

Ingrid Spicker, InterMopro.de

 
 
 

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